Sonntag, 1. November 2026

Preise – Money, Money, Money

Nicht Hunger, Gewalt oder Krieg, sondern das Steben nach Gewinn sei das eigentliche Problem, meinen Viele. Kirchenvertreter predigen es seit ewigen Zeiten. Bei Timotheus 6.10 steht: Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels. Linke und Grüne, obwohl sie oft Atheisten sind, haben diese Einstellung übernommen. Seit 20 Jahren nun auch die Volksparteien unserer Nachkriegszeit. Die Skepsis ist allgegenwärtig, obwohl uns das Profitstreben eigentlich gute Dienste geleistet hat. Warum? Weil die Skepsis berechtigt ist, natürlich nicht in jedem Fall, aber oft genug. 

Doch nicht das traditionelle Gewinnstreben aus der Bibel und linken Pamphleten ist heikel. Also das, aufgrund dessen Unternehmer Hallen anmieten, Maschinen kaufen, Leute einstellen, Sachen produzieren und so. Denn dies ist der Grund dafür, dass wir einen Job haben, Klamotten kaufen, einen Fitnessclub besuchen und sonst was tun können. Menschen, die dieses kritisieren, müssen entweder nicht selbst arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, oder sie haben die Funktionsweise des ganzen Systems, welches uns ernährt, nicht verstanden. Das kommt zwar häufiger vor als man annimmt, soll aber hier nicht interessieren.

Denn es gibt Varianten des Gewinnstrebens, vor denen man sich wirklich in Acht nehmen muss. Besonders das von Leuten, die behaupten, uns Gutes tun zu wollen. Denn viele von diesen Leuten möchten im Grunde nur an unsere Geldbörse oder über uns bestimmen. Ein spannendes Buch hierzu stammt von Patrick Moore, einem der Gründer von Greenpeace: Fake Invisible Catastrophes, aus dem Jahr 2021. Er beschreibt darin ein Dutzend spektakulärer Lügen, die uns Angst einflößen sollen, damit wir Schwindler unterstützen. Frei erfundene Inseln aus Plastikmüll, die angeblich im Pazifik herumschwimmen, Kampagnen gegen Chlor, genetisch modifizierte Nahrung oder fossile Brennstoffe. Initiativen, welche scheinbar gut gemeint sind, die Armut in der Welt aber vergrößern, Leben kosten und nur winzigen Gruppen materielle Vorteile bieten.

Auch wir im Fitnessclub werden manchmal als Ausbeuter und rücksichtslose Kapitalisten beschimpft. Eure Preise sind zu hoch, Eure Geräte das Geld nicht wert. All das lässt sich nicht vollständig von der Hand weisen. Die Frage ist nur, im Vergleich zu was? Eine Klimmzugstange im Park kann jeder kostenfrei nutzen. Doch man wird nass, wenn es regnet, und sie bietet eben nur eingeschränkte Trainingsmöglichkeiten. Der Club vor den Toren der Stadt ist spottbillig, weil dort die Raumkosten lediglich einen Bruchteil von denen in der Innenstadt betragen. Doch wie lange dauert es, bis man dort draußen ist, und wie kommt man von dort wieder nach Hause? Manchmal blitzt etwas gesunder Menschverstand durch: Ich trainiere nur bei Euch Blutsaugern, weil Euer Club so gut liegt. Doch Aufregung vernebelt den Verstand. Ein Zusammenhang zwischen der guten Lage, den Mietkosten und dem Preis einer Mitgliedschaft wird nicht hergestellt. Klick und schon ist die tiefschürfende Preis-Leistungsanalyse publiziert. 

Wir lesen auch solches Feedback gern. Weil wir erfahren möchten, was Mitglieder und Interessenten über uns denken. Weil es uns hilft, effektiver zu arbeiten, neue Angebote zu entwickeln und besser zu kommunizieren. 

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